72 Stunden für den Waldkindergarten da

Schüler der Klasse 10c des Theodor-Heuss-Gymnasiums bauen eine Sitzecke für Kinder

SCHOPFHEIM (mj). Mücken, Zecken, Bremsen: Am »Arbeitsplatz« der 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c wimmelt es nur so von Blutsaugern. »Deshalb haben wir Autan dabei« , sagt Corinna Osswald. Bewaffnet mit Spitzhacke, Spaten, Schubkarre und kleineren Schaufeln ackern die jungen Leute im Waldkindergarten. Sie bauen den Kindern eine Sitzecke im Stil eines Amphitheaters und einen Wasserzulauf zu einem Teich, der im Entstehen ist.

Analog zur Aktion der katholischen Kirche heißt auch dieses Projekt »72 Stunden ohne Kompromiss«. Einige Schüler haben damals an der Kirchenaktion teilgenommen und angeregt, etwas Ähnliches zu initiieren, erzählt Klassenlehrer Christian Jost. Urs Schreiber, Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium, sei die treibende Kraft gewesen. Über die Eltern sei man dann auf den Waldkindergarten aufmerksam geworden, der den Wunsch hatte, dass ein Zulauf für den Teich und die Sitzecke in Form eines Amphitheaters gebaut wird. Am Mittwoch um 16 Uhr kamen Elternvertreter, allen voran Christine Spickermann, Yvonne Sommer als Leiterin des Waldkindergartens, Kinder und die Schüler zusammen. Das Geheimnis ums Projekt wurde gelüftet, das Samstagmittag abgeschlossen sein soll.

Gestern um 8.30 Uhr ging es dann los. Vom ehemaligen Sandsteinbruch beim Waldkindergarten werden die schweren Steine für die Sitzecke besorgt, Brocke für Brocken angeschleppt. Am Steilhang gräbt eine andere Gruppe den Graben für das Wasser, das vom höher gelegenen Bach in den Teich fließen soll.

Mit diesem Projekt macht auch das Theodor-Heuss-Gymnasium eine neue Erfahrung. Die Klasse wurde für die soziale Aktion freigestellt, wobei das Ende des Schuljahrs eine gute Zeit dafür sei, meinte Christian Jost. Normal sei ein Sozialpraktikum in der 11. Klasse (Altersheim, Kindergarten, Sozialstation etc.), das aber jeder für sich allein mache. Jost freute es sehr, dass die Metzgerei Stich heute für die Verpflegung am Mittag spendet, Getränke habe auch die Firma Ebner beigesteuert.


Kathrin Pudewill ist gern dabei, »denn wir machen was für die Kinder« . »Es ist zwar anstrengend, aber trotzdem gut« , meint Raoul Dietz, der sich gerade mit einem Felsbrocken abgeschleppt hatte. Corinna Osswald empfindet die Arbeit zwar als anstrengend, »wir machen das aber gern für einen guten Zweck« . Franziska Baumeister, die in der Gruppe ist, die den Wasserzulauf gräbt, freut sich, »dass man sieht, dass man was geschafft hat."
Die Bildergalerie dieser Aktion finden sie hier!



Badische Zeitung vom Freitag, 28. Juli 2006