Mai 2003: Beifallsstürme und »standing ovations« für das THG-Ensemble. Die rund 2000 Besucher der insgesamt drei Vorstellungen sind hingerissen von flotter Musik und temporeicher Inszenierung.
Ermutigt durch den großen Erfolg der Aufführungen des Musicals »Rats« am THG im Vorjahr, wagte das Musicalteam um Clemens Barth, Markus Götz, Bettina Huhn und Lukas Engelke mit diesem Projekt den Schritt hinaus in eine größere Öffentlichkeit. Der organisatorische und der materielle Aufwand waren im Vergleich zu den schulinternen »Rats«-Aufführungen dadurch allerdings deutlich gestiegen. Die nicht unerheblichen Kosten für Tantiemen und Noten, für Hallenmiete, Bühnenbild, Tontechnik und Beleuchtung mussten wieder eingespielt werden. Dank einer gewaltigen Anstrengung aller Beteiligten gelang dies auch eindrucksvoll.
Nach fast einem Jahr Vorbereitungszeit war es am 24. Mai 2003 endlich soweit: Das Musical »Joseph and the amazing technicolor dreamcoat« von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Texte) kam als Produktion des Theodor-Heuss-Gymnasiums in der Stadthalle Schopfheim zur Aufführung. Das Musical basiert natürlich auf der biblischen Geschichte von Joseph und seinen Brüdern. In der Adaption von Andrew Lloyd Webber wird daraus allerdings ein ziemlich »abgefahrenes« Rock- und Pop-Spektakel und THG-Regisseur Lukas Engelke brachte den Plot als die »etwas andere Religionsstunde« auf die Bretter der Stadthallenbühne.
Die Story: Der »Held« Joseph mit seinem »wunderbar leuchtend bunten« Mantel wird von seinen »lieben« Brüdern an den reichen Potiphar verkauft. Dessen erotische Frau verführt den Helden und lockt ihn in ihr Lotterbett, die Sache fliegt auf und er landet im Knast. Als Traumdeuter gelingt Joseph dann aber – wie allseits bekannt – doch noch die große Karriere: Er berät den Pharao in Wirtschaftsfragen, wird die Nummer Zwei in Ägypten und seine »lieben« Brüder findet er schließlich auch wieder.
Musikalisch war mit Ballade, Jazz, Countrymusic, Rock'n'Roll, Elvis-Persiflage, Calypso bis Hip Hop und Discosound fast alles geboten. Für den richtigen Ton sorgte Markus Götz. Er formierte und dirigierte nicht nur das 20-köpfige Musical-Orchester, sondern setzte auch das gesamte Bandarrangement neu. Damit noch nicht genug: Er passte auch die Songs den ganz besonderen Bedingungen des THG-Projekts an: Alle Rollen wurden mit Mädchen besetzt, denn beim Casting hatten sich keine Jungs gemeldet! Gleich drei Tanzgruppen, darunter eine Schar reizender Bauchtänzerinnen, brachten die Sache ordentlich in Bewegung. Für Auge und Ohr war wirklich einiges geboten. Außer den ca. 20 Solisten, die Hauptrollen wurden doppelt vergeben, sangen unter der musikalischen Leitung von Bettina Huhn und Clemens Barth noch zwei Chöre. Vor, auf und hinter der Bühne agierten so insgesamt fast 200 Akteure!